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Diakonie Ambulant (Druckversion)

MdB Christian Lange (SPD) zu Besuch bei Diakonie ambulant in Murrhardt

Autor: Hirsch & Wölfl GmbH
Artikel vom 24.10.2019

Unterstützung der Aufnahme der häuslichen Krankenpflege in das „Digitale-Versorgungs-Gesetz“.

Auf Einladung von Diakonie ambulant erörterte MdB und Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz Cristian Lange mit Diakonie ambulant die aktuellen Themen zum Bürokratieabbau in Pflege und Therapie mittels der digitalen Möglichkeiten.

„Die sog. „E-Verordnungen“ in der häuslichen Pflege könnten bei fachgerechter Ausstellung zur Entlastung der Patienten und Angehörigen beitragen. Lt. Vorstand Thomas Nehr könnte dies allein bei Diakonie ambulant zu einer Arbeitszeitersparnis in Höhe einer halben Vollzeitstelle führen. Diese Ersparnis könnte sofort wieder in das Pflegeteam investieren und käme so direkt den Patienten zu Gute, so Nehr.“

„Lt. diesem Gesetz sollen Ärzte, Apotheken und Krankenhäuser zur Teilnahme an der sog. E-Verordnung, also der digitalen Rezeptausstellung und -weitergabe, verpflichtet werden. Für Pflege- und Therapieeinrichtungen wäre die Beteiligung freiwillig.

Der Verordnungsprozess ist eine zentrale Stellschraube zum Abbau der Bürokratie auch im Bereich der häuslichen Krankenpflege so der Staatssekretär. Mit dem Digitale-Versorgungs-Gesetz soll nun eine wichtige Voraussetzung für den systematischen Anschluss dieser Einrichtungen an die Telematik-Infrastruktur und damit auch für E- Verordnungen geschaffen werden, so MdB C. Lange weiter.“

Die Stellvertretende Pflegedienstleitung Frau Katja Pfeifer berichtete aus ihrer alltäglichen Praxis. Patienten und Angehörige sind oft lange damit beschäftigt die korrekten Verordnungen von den Ärzten zu erhalten, Diakonie ambulant ist verpflichtet, innerhalb von 3 Tagen die Verordnung an die Krankenkasse zu senden, ansonsten werden die entstandenen Kosten nicht oder nur teilweise übernommen. Mittels der E-Verordnungen könnten die Verordnungen vom Arzt direkt an Diakonie ambulant gesendet werden. Evtl. notwendige Änderungen wären zeitnaher und einfacher abzuklären. Die Patienten oder Angehörigen müssten die Verordnung lediglich noch unterschreiben.

Die Therapeuten (Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie) von Diakonie ambulant setzen sich für die Abschaffung der Prüfpflicht (Verordnungen die vom Arzt ausgestellt werden müssen in 48 Punkten geprüft werden) und der Zuzahlungen der Patienten ein, so die leitende Logopädin Melanie Kühn.

Aufsichtsratsvorsitzender Werner Stingel berichtet aus persönlicher Betroffenheit, dass das Krankenhaus die ausgestellte Überweisung des Hausarztes nicht anerkannt habe. Eine fachärztliche Verordnung wurde gefordert. Der Weg von Murrhardt nach Winnenden wäre für den Betroffenen umsonst gewesen, wenn nicht ein Facharzt des dortigen Ärztehauses kurzfristig eingesprungen wäre. Der Patient selbst hätte sich nicht zu helfen gewusst. Lt. Klinikaufnahme seien solche Vorkommnisse an der Tagesordnung. Dass es falsch oder unvollständig ausgestellte Rezepte, Verordnungen und Überweisung im Zeitalter von Internet und ausgefeilter Softwareprogramme immer noch gebe, sei mehr als unverständlich. Die Leidtragenden sind die Hilfesuchenden und oft älteren und gebrechlichen Menschen. Da gehört dringend nachgebessert, so sein Appell an den Juristen und Abgeordneten C. Lange.

Dass Diakonie ambulant schon seit 2014 die Digitalisierung seiner Abläufe vorantreibt und in der Pflege mit Mobiler Datenerfassung und in der Therapie mit Apps für Smartphones arbeitet, erläuterte Vorstand Thomas Nehr. Von 2014- 2017 wurden im bundesweitern Entbürokratisierungsprojekt von Diakonie ambulant als eine der ersten Einrichtungen das Systematische Informations-System (SiS) eingeführt und im 4. Quartal 2020 soll der „papierlose“ Dienst mit Tablets folgen. Für die Mitarbeitenden bedeutet dies eine deutliche Erleichterung und Zeitersparnis, die den Patienten zugute kommt.

All die oben genannten Maßnahmen dienen dem großen Ziel, so Nehr, dass auch noch in 20 Jahren die gute Qualität der pflegerischen und therapeutischen Leistungen mit ausreichend Personal erbracht werden kann. Er lud Christian Lange schon heute wieder zu Diakonie ambulant ein, um die Wirkkraft der Maßnahmen gemeinsam zu überprüfen, dann auch in den neuen Räumlichkeiten des Gesundheitsdienstes.

http://www.stark-fuer-andere.de/index.php?id=100